Alte Post Saalfeld – ein Mosaikstein der steinernen Chronik Thüringens
Katakomben – historischer Bierkeller unter dem Restaurant
Führung durch die Katakomben nach Anmeldung
Unser geschichtsträchtiges Haus hat seit 2006 ein zusätzliches historisches Highlight zu bieten: die ersten Saalfelder Katakomben. Sie wurden für Besucher zugänglich gemacht und können im Rahmen von historischen Führungen (Anmeldung erforderlich) durch unser Haus besichtigt werden.
In historischen Trachten gekleidet, versetzen wir Sie ins 16. Jahrhundert. Wir zeigen Ihnen die Gewölberäume unserer „Alten Post“, den Kutscherkeller und das Kaminzimmer.
Sie werden mit einem historischem Mahl bewirtet, können unser Kellerbier aus dem Faß kosten und hören eine kleine Geschichte aus alten Zeiten.
Anschließend geht es im Kerzenschein hinab in die Katakomben.
Historie unseres Hauses
Restaurant „Alte Post“ in Saalfeld – Gasthaus seit 1527
Das Gasthaus „Alte Post“ befindet sich im Stadtkern Saalfelds, einer der ältesten Städte Thüringens. Wegen ihrer vielen historischen Bauwerke, zu denen auch unser Haus gehört, trägt sie seit über 100 Jahren den stolzen Beinamen „Steinerne Chronik“. Die heutige Blankenburger Strasse, in der sich die „Alte Post“ befindet, wurde erstmals 1365 als Blankenberger Gasse erwähnt. Sie war eine wichtige Durchfahrt der alten Nürnberg-Leipziger Fernhandelsstrasse. Als einer der verkehrsreichsten Wege Saalfelds war sie neben dem Markt das prominenteste Wohnviertel. Hier wohnte überwiegend das handelstreibende Bürgertum.
Das Gebäude wurde wahrscheinlich im 16. Jahrhundert auf den Grundmauern eines mittelalterlichen Hauses gebaut. Sowohl die alten ausgedehnten Kelleranlagen als auch die auf niedrigen Polygonalstützen ruhenden Kreuzgewölbe legen davon Zeugnis ab.
Im Stadtarchiv fand man Unterlagen, welche die Ersterwähnung als Gasthof und Posthalterei im Jahre 1527 belegen. Erster Besitzer und Gastwirt war Kunz Loder. Über Jahrhunderte wurden die Räume und Gewölbe als Gasthof mit eigener Bierproduktion, aber auch als Destillerie und Weinkellerei genutzt.
Das heutige Antlitz der „Alte Post“ entspricht im Wesentlichen dem Baustil der Jahrhundertwende. Im Jahr 1812 wurde das Haus erstmals von Staats wegen beansprucht und das Saalfelder Amt der Königlich-Sächsischen Post des Alexander von Thurn und Taxis untergebracht. Postmeister Christian Friedrich Meyer war hier von 1812 bis 1853 tätig. 1866 zog die Poststation in das Nachbarhaus. Im gleichen Jahr übernahm der kaiserliche Braumeister Josef Deutschmann das Haus, gründete in den Gewölben des Kellers die erste Saalfelder Privatbrauerei und führte weiterhin eine Schankwirtschaft.
Das Brauhaus wurde 1892 der „Vereinigten Saalfelder Dampfbrauerei AG“ angegliedert. Die Schankwirtschaft bestand weiter und erhielt durch den Besitzer Alexander Scheld 1899 den Namen „Zur Alten Post“. In der DDR-Zeit wurde das Haus als HO-Restaurant betrieben. Seit 1998 wird die „Alte Post“ als Brauereiausschank der Saalfelder Brauerei und Restaurant betrieben.
Im Jubiläumsjahr 2007 wurden zum 480-jährigen Bestehen des Hauses feierlich die ersten Saalfelder Katakomben eröffnet.